GartenSpielRaum GbR
S. Friede, M. Johmann, M. Senk

Karlsruhe

 

Tel. 0721 - 33 50 01 59
Fax 0721 - 33 50 01 57

 

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Aktuelles

 


Auf Sand gebaut. Der Spielplatz zwischen Utopie und Dystopie

Radiobeitrag SWR2

14.07.2019

 

Gärten des Grauens

Radiobeitrag SWR2

vom 02. April 2019

 

 


 

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Aktueller Flyer

 


 

Mitglied im Naturgarten e.V.

Regiogruppe Karlsruhe/Südpfalz

 


 

Karlsruhe & Baden-Baden, Nr. 79

2. Baden-Württembergisches Forum NaturErlebnisSpielräume für Kinder

in Kindergarten, Kita und Krippe, am 6. Oktober 2016

in der Ökostation Freiburg

Bilder

zum Programm

 

Zusammenfassung der Vorträge

und Workshops

Motorisch-sensorische Förderung von Kindern durch naturnahe Spielraumgestaltung. Dipl.-Ing. (FH) Markus Brand, Ideenwerkstatt Lebens(t)raum eV, Bad Salzuflen

 

Giftig, stachlig, brennend – wie Kindern Naturphänomene erklären? Stella Friede, GartenSpielRaum, Karlsruhe

 

Wilde Pflanzen im Kindergarten. Michaela Senk, GartenSpielRaum, Karlsruhe

 

Workshop Psychomotorik: Bewegen, Wahrnehmen, Handeln und Erleben. Dipl.-Ing. (FH) Markus Brand, Ideenwerkstatt Lebens(t)raum eV, Bad Salzuflen

 

Workshop Essbare Wildpflanzen. Viola Nehrbaß, Freiamt

 

Workshop Einführung in die Bokashi-Herstellung. Monica Lüers, WandelGarten Vauban, Freiburg

 

Abschlussrunde mit den Referenten

 

Motorisch-sensorische Förderung von Kindern durch naturnahe Spielraumgestaltung

 

Markus Brand von der Ideenwerkstatt Lebens(t)raum eV aus Bad Salzuflen erklärte mit selbstsprechenden Bildern und interessanten Geschichten aus der Praxis die Bedeutung und den Sinn von psychomotorischen Förderungsmöglichkeiten in einem naturnahen Kindergartenaußengelände. Grundvoraussetzungen für psychomotorisches Arbeiten außerhalb der Turnhalle sind nach seiner Darstellung:

 

  1. die Fähigkeit, die vielen Möglichkeiten, die der Außenraum bietet zu erkennen und
  2. die Bereitschaft, diese zu nutzen.

Markus Brand beschrieb die Grundlagen zur Gestaltung von naturnahen Außengeländen, erläuterte unterschiedliche Funktionsräume und Gestaltungselemente, ging auf das Thema Sicherheit und Risiko beim Spielen ein und zeigte anhand von Beispielen konkrete Anwendungsmöglichkeiten für psychomotorische Förderung im Alltag.

 

Durch seine mitreißende Art hat Markus Brand das Publikum von Anfang an begeistert – was sich auch an der Zahl derjenigen, die später an seinem Workshop teilnahmen, widerspiegelte.

 

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Giftig, stachlig, brennend – wie Kindern Naturphänomene erklären?

 

Stella Friede von GartenSpielRaum aus Karlsruhe widmete sich in ihrem Vortrag den „Gefahren“, die von Pflanzen und Tieren im naturnahen Außengelände ausgehen. Unwissenheit über die Auswirkungen von Gefahren verursachen immer mehr Ängste bei Kindern, ErzieherInnen und Eltern.

 

Um dieser Entwicklung etwas entgegen zu setzen, ist es notwendig, sich als Kindergartenteam mit diesen Themen zu beschäftigen.

Gefahren aus dem Alltag ausklammern ist nicht möglich, also sollte man sich ihnen offensiv stellen. Durch Aneignung von Wissen über mögliche Gefahren versetzen wir uns in die Lage, Fragen beantworten zu können und dadurch Sicherheit im Umgang mit Pflanzen und Tieren zu erlangen.

 Ein naturnahes Außengelände bietet vielfältige Möglichkeiten, sich mit heimischen Pflanzen und Tieren zu beschäftigen und die Gefahren, die von ihnen ausgehen, kennen zu lernen.

 

Stella Friede nahm verschiedene Auswirkungen unter die Lupe und zeigte Wege auf, wie man durch Wissensaneignung und –vermittlung die Ängste vermindern kann.

Anhand von Beispielen erläuterte sie, wie man sich mit Kindern den Themen auf Neugier weckende Weise nähern kann: spielerisch, musisch und vor allem als Vorbild im Umgang mit Pflanzen und Tieren.

 

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Wilde Pflanzen im Kindergarten

 

Michaela Senk von GartenSpielRaum aus Karlsruhe führte das Publikum durch das Thema Verwendung von Pflanzen im Kindergarten. Pflanzen haben verschiedene Aufgaben im Kindergarten: sie bilden Räume und strukturieren das Gelände, sie bieten Sicht-, Wind- und Sonnenschutz, verbessern das Mikroklima und bieten vielfältigste Möglichkeiten zur Naturerfahrung.

 

Bei der Planung eines naturnahen Außengeländes sind Pflanzen ein wesentlicher Bestandteil. Sie müssen bespielbar, robust und regenerationsfähig sein. Ein weiterer Aspekt in der Planung ist die altersgerechte Gestaltung mit pflanzen: U3-Kinder brauchen eher Rasen und kleine überschaubare Strauchpflanzungen, größere Kinder dagegen wollen sich verstecken und in Bäumen klettern.

 

Michaela Senk erläuterte die Vorteile von Spielhecken und Wildobst und zeigte Möglichkeiten der Gestaltung von „schwierigen“ Stellen z. B. unter Bäumen oder in viel genutzten Bereichen auf.

Abschließend ging sie noch auf den Aspekt der Pflege ein. Hierbei gilt: soviel Pflege wie nötig, so wenig wie möglich.

Die Pflege sollte schon in der Planungsphase mit bedacht werden. Durch standortgerechte Pflanzenauswahl und die Beachtung von Wuchsverhalten und Endhöhen kann das Maß der Pflege im Zaum gehalten werden.

 

Pflanzen in jeder Form können ein Gelände spannend und erlebnisreich gestalten.

Sie leisten durch ihren ästhetischen und ökologischen Wert einen großen Beitrag zum allgemeinen Wohlbefinden der Menschen – nicht nur im Kindergarten.

 

  • im-garten-der-oekostation
 

 

 

 

 

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Workshop Psychomotorik: Bewegen, Wahrnehmen, Handeln und Erleben

 

Markus Brand, der schon den Einführungsvortrag zum Thema Psychomotorik gehalten hatte, wollte spielen gehen. Und dazu brauchte er viele Spielkameraden! Die Gruppe begann mit einfachen Kennlernspielen zum Aufwärmen. Anschließend widmete sie sich den Themen Stocktanz und Stockkampf. Hierbei erfuhren die Teilnehmenden, warum es wichtig ist, Stöcke zu haben und zu nutzen.

 

Als nächstes wurden im Gelände Dinge gesucht und zu einem Bild (Mandala) zusammen gelegt. Durch ändern weniger Teile im Mandala entstand ein Memorie, das die Gedächtnisleistung auf die Probe stellte.

 

Als letztes Element kamen Seile ins Spiel. Durch fassen der Seile im Kreis und langsames Zurücklehen wurde geprobt, wie viel Vertrauen jeder in den Rest der Gruppe setzte. Physikalische Gesetze wurden verdeutlicht bei dem Versuch, Kräfte am Seil so effektiv wie möglich einzusetzen. Zum Schluss wurde gemeinsam eine einfache Seilbrücke zwischen Bäumen gespannt, auf denen die Teilnehmenden ihre Seiltanzkünste vorführen durften.

 

Der Spaß stand die ganze Zeit an oberster Stelle und mit roten Wangen und vielen neuen oder wieder entdeckten Ideen ging es zurück ins Warme.

 

  • gruppendynamik
 

 

  

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Workshop Essbare Wildpflanzen

Viola Nehrbaß, Kräuterpadagogin aus Freiamt nahm eine Gruppe Teilnehmende mit in die Welt der essbaren Wildpflanzen. Der theoretische Einstieg begann ganz weit in der menschlichen Vorgeschichte, denn schon unsere Ur-Vorfahren nutzten Wildpflanzen als Nahrungsquelle. Und unsere genetische Ausstattung baut auf dieser Grundlage auf.

 

Ca. 50 Kulturpflanzen sind entstanden aus etwa 1000 von unseren Vorfahren genutzten Wildpflanzen. Diese Kulturformen haben meist nur noch wenig mit ihrer „wilden Verwandtschaft“ zu tun. Heimische Wildpflanzen halten für den Menschen genau die passenden Inhaltsstoffe bereit. Unser Wohlbefinden hängt unmittelbar mit Naturphänomenen zusammen. Und das Sammeln und essen von Wildpflanzen ist unmittelbar mit dem Lauf der Jahreszeiten verbunden.

 

Im Praktischen Teil konnten die Teilnehmenden gemeinsam einen Wildkräutersalat mit passendem Dressing herstellen. Dazu mussten die verschiedenen bereitgestellten Pflanzen zunächst verkostet werden – was für Geschmackserlebnisse! Dann konnten die Zutaten ganz nach Gourmet-Art miteinander zu einem Gesamtkunstwerk komponiert werden: Malvenblüten, Labkraut, Gundermann und viele andere. Köstlich!

 

 

  • handarbeit
 

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Workshop Einführung in die Bokashi-Herstellung

Monica Lüers vom WandelGarten Vauban aus Freiburg verriet in Ihrem Workshop das Geheimnis der Bokashi-Herstellung. Bokashi ist japanisch und heißt in etwas „graduelle Umwandlung“. Der Prozess in dem Bokashi entsteht, ähnelt dem des Sauerkraut oder der Silage.

 

Mit Bokashi wird ein hochwertiger, umweltfreundlicher Dünger produziert, der wiederum den Boden mit wichtigen Mikroorganismen versorgt, in dem gesunde Nahrungsmittel wachsen und gedeihen können. Die Verwendung von Bokashi hat viele positive Auswirkungen auf unser Leben und unsere Umwelt: so kann CO2 eingespart und Kohlenstoff gebunden, Umweltgifte können im Boden abgebaut werden und Bokashi kann sogar als Reinigungsmittel Verwendung finden.

 

Die grundlegenden Bestandteile von Bokashi sind zum einen organisches Material (z. B. Garten- oder Küchenabfälle) und effektive Mikroorganismen (EM). Diese Bestandteile werden zusammen in einen Behälter (z. B. Eimer) gepresst und luftdicht verschlossen. Im Verlauf wird regelmäßig der Sickersaft entnommen. Er kann z. B. verdünnt als Dünger oder pur als Rohrreiniger benutzt werden. Ist der Behälter voll, wird unter Luftabschluss die Fermentation eingeleitet. Nach ca. vier Wochen ist das Material zur „Vererdung“ bereit und wird in den Boden eingebracht, wo es noch einmal ca. 2 Wochen nachreift.

 

Bokashi kann von allen hergestellt werden, ob in der eigenen Küche, im Kinder- oder Kleingarten, in der Schule oder im Wertstoffhof von Gemeinden.

Das fertige Bokashi ist eine edle Pflanzenerde, über die sich alle Pflanzen freuen.

Die Teilnehmer freuten sich über viel Input und bekamen Lust, selber in die Bokashi-Produktion einzusteigen.

 

  • bokashi-einblicke

 

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Abschlussrunde

 

Die Teilnehmenden aus den verschiednen Workshops berichteten den anderen von ihren Erfahrungen und Denkanstößen, dabei wurden einzelne Aspekte noch etwas vertieft. Nebenbei ließen sich alle den Wildkräutersalat schmecken. Den ReferentInnen wurden noch einzelne Fragen gestellt und (viel) Lob und (wenig) Kritik geäußert.

Die einhellige Meinung: es hat sich gelohnt dabei zu sein!

 

 

Fazit der Diskussion:

Wie schon im vorigen Jahr wurde auch beim 2. Baden-Württembergischen ErzieherInnenforum deutlich:

die naturnahe Gestaltung des Kindergarten-Außengeländes ist wichtig und richtig. Zum sinnvollen Nutzen eines naturnahen Geländes braucht es ein interessiertes, engagiertes Team, das die vielen verschiedenen Möglichkeiten erkennt und sie den Kindern näher bringt.

 

Den Teilnehmenden wurden dazu viele Anregungen gegeben, die sie motivierten und in ihrem Bestreben, mehr Natur in den Kindergartenalltag zu bringen, bestärkten.

 

 

Das 3. Baden-Württembergische ErzieherInnenforum findet im Oktober 2017

in Zusammenarbeit mit der Gartenakademie Baden-Württemberg

und dem Naturgarten e. V., Regionalgruppe Karlsruhe/Südpfalz statt.